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Nicht passiv sein - aktiv helfen

Aus der Serie im Mindener Tageblatt: Jugend im Ehrenamt / Katharina Klassen und Alexander Gossen seit Jahren beim DRK

Das ist der richtige Weg - sind sich Katharina Klassen und Alexander Gossen einig. Seit vier Jahren sind die beiden Teenager beim Deutschen Roten Kreuz aktiv, und das mit sehr viel Elan.

Eine Freundin nahm Katharina vor vier Jahren mit zum Jugendrotkreuz in Lahde. "Es hat mir so gut gefallen, dass meine Eltern mich gleich angemeldet haben", erzählt die heute 17-Jährige. Etwa zur gleichen Zeit kam auch ihr Schulkamerad Alexander Gossen zum Jugendrotkreuz. Auch er war sehr schnell von der Gruppe begeistert und wurde ebenfalls sogleich Mitglied.

"Beim DRK lernen wir, wie man Menschen hilft", erzählt Katharina. "Das finde ich toll. Zudem ist es eine gute Vorbereitung für meinen Berufswunsch Krankenschwester". Auch Alexander, der Rettungssanitäter werden möchte, freut sich, dass er beim DRK bereits viele Erfahrungen für seinen späteren Beruf sammeln kann. "Wir sind nicht passiv, sondern machen etwas Vernünftiges".

So waren die beiden Jugendlichen auch schon bei diversen Einsätzen des DRK mit von der Partie. "Bei einem Speedway-Rennen ist ein junger Mann bewusstlos geworden", erinnert Alexander. "Den haben wir gemeinsam versorgt". Katharina half eine Platzwunde während eines Einsatzes beim "Blauen Band der Weser" zu versorgen. Die Wunde hatte sich ein junger Mann zugezogen, als er mit seinem Fahrrad stürzte.

Sehr schön seien aber auch die regelmäßigen Treffen der Rotkreuzler. "Wir sind wie eine große Familie", schwärmen die beiden Teenager. Bei Bezirkswettbewerben könnten sie sich mit Altersgenossen aus anderen Städten und Gemeinden messen. Dabei seien Erste-Hilfe-Maßnahmen ebenso gefragt, wie logisches Denken, berichten Katharina und Alexander.

"Wer glaubt, dass das DRK nur aus Blutspenden besteht, der irre gewaltig. Das Spektrum ist sehr vielfältig", unterstreicht Katharina. Und so war es für Katharina und Alexander auch keine Frage, dass sie sich an ihrer Schule freiwillig für den Schulsanitätsdienst meldeten. Durch diese Aufgabe sei er sehr viel selbstbewusster geworden, erinnert sich Alexander. "Ich war in den ersten Jahren an der Hauptschule noch sehr klein und unsicher, deshalb wurde ich von älteren Schülern geärgert und herum geschubst", erinnert sich Alexander. Durch den Schulsanitätsdienst sei er dann selbstsicherer geworden. "Und plötzlich hatten andere Schüler vor mir auch mehr Respekt."

Seit dem Sommer besuchen die beiden Teenager das Leo-Sympher-Berufskolleg. Katharina macht eine Ausbildung zur Sozialhelferin, Alexander sein Fachabitur im Bereich Gesundheitswesen. Inzwischen sind sie dem Jugendrotkreuz fast entwachsen. Seit einigen Wochen besuchen sie deshalb regelmäßig Zusammenkünfte des DRK-Ortsvereins Lahde. Richtige Mitglieder können sie aber erst ab ihrem 18. Lebensjahr werden. "Alexander und ich haben aber bereits den Sanitätslehrgang sowie den Kurs realistische Unfalldarstellung absolviert", erzählt Katharina. In beiden Lehrgängen seien sie mit Abstand die jüngsten Teilnehmer gewesen.

3. Januar 2012 12:41 Uhr. Alter: 51 Tage